Siegener Zeitung vom 27. August 2012

Stadt und Region machen Kultur

 Herdorf. Das Hüttenhaus wird offiziell mit der Aufführung des Musicals "Elisabeth - Legende einer Heiligen" Ende September wiedereröffnet.

 

gmz - Die offizielle Eröffnung des Hüttenhauses Herdorf nach der architektonisch behutsamen und gelungenen Sanierung soll ein Zeichen setzen: Herdorf und die mit dem Städtchen verbundene Region machen Kultur. So fasste Herdorfs Bürgermeister Uwe Erner beim gestrigen Pressegespräch zur Vorstellung des Kulturprogramms die Intention der Saison mit ihren attraktiven Angeboten und vor allem der eigenproduzierten Auftaktveranstaltung am Wochenende vom 28. bis 30. September zusammen. Dann nämlich wird das Musical "Elisabeth - Legende einer Heiligen" im Hüttenhaus aufgeführt, einstudiert und dargeboten von einem Team aus rund 100 Sängern (u. a. bestehend aus den beiden Jugendchören aCHORd Herdorf und Cantanima Wilnsdorf), Solisten, Musikern und technischen Helfern. Sie alle stammen aus Herdorf und Umgebung oder sind mit der Region verbunden.

Musical soll Musik- und Kulturschaffende vernetzen

Kristin Knautz und Peter Scholl sind hauptsächlich für die Organisation und auch die Leitung zuständig (Peter Scholl hat die Gesamtleitung, Kristin Knautz singt in einem Teil des Musicals die Rolle der Elisabeth). Sie möchten, erläuterten sie beim Pressegespräch, mit diesem schönen und in jeder Hinsicht herausfordernden Projekt auch die Musik- und Kulturschaffenden vor Ort vernetzen. Und auch die Jugendlichen, die, so Johannes Schmidt, 2. Vorsitzender des Kulturrings, auch als Publikum "erschlossen" werden sollen. Dass sie damit ein Bedürfnis angesprochen haben, zeigt der große Einsatz auch der Eltern, die die Vorbereitungen tatkräftig (bei Kostümherstellung und Bühnenbau, von Fahrdiensten ganz zu schweigen) unterstützen, und auch das Interesse der Stadt, die das Musical zusammen mit dem Kulturring und dem Kreis der Kulturfreunde in den Kulturherbst Herdorf aufgenommen hat, den gemeinsamen Saisonauftakt im Hüttenhaus. Das Publikumsinteresse ist groß: Die Vorstellung am Samstag ist ausverkauft, für Sonntag, 30. September, 17 Uhr, gibt es nur noch ein paar Restkarten, so dass eine Zusatzvorstellung für Freitag, 28. September, 20 Uhr, angeboten wird. Karten sind im Herdorfer Rathaus erhältlich. 

Die Villa Musica kommt mit einem neuen Kinderkonzert-Angebot

Aber auch sonst bietet der Kulturherbst Interessantes, wie immer mit Jugendtheater ("35 kg Hoffnung", am 7. September für Schulen) und Kabarett: Jochen Malmsheimer kommt am 26. Oktober mit seinem Programm "Wenn Worte reden könnten...". Auch der Kreis der Kulturfreunde hat erstmals ein ausgesprochenes Kinder- und Jugendprogramm im Angebot, wie Norbert Buschmann, der neue Vorsitzende des Vereins, ausführte. Villa Musica, die rheinland-pfälzische Kammermusik(förder)vereinigung, mit der die Kulturfreunde schon lange Jahre zusammenarbeiten, hat die Herdorfer ausgewählt, schon im ersten Jahr in den Genuss des neuen Kinderkonzert-Angebotes zu kommen: Am Freitag, 2. November, wird das Aramis Trio sein Programm "Mozart auf Reisen" vorstellen. Jörg Lengersdorf führt durch den Nachmittag, zu dem Erwachsene in Begleitung von (zahlenden) Kindern freien Eintritt haben! Abends wird das renommierte Trio dann "Meisterwerke der Wiener Klassik" spielen.

Capella Classica und "Classic Meets Pop"

Mit dem Konzert der Capella Classica aus Betzdorf mit Ian Fountain am Klavier (Leitung: Hellmuth Geldsetzer) am Samstag, 15. September, setzen auch die Kulturfreunde den Gedanken der regionalen Vernetzung bei ihrer Programmgestaltung fort, wie Erni Schlosser, ehemaliger Vorsitzender der Kulturfreunde, betonte. Ein weiteres regionales Highlight wird sicher auch der Benefizabend "Classic Meets Pop" (21. April 2013) sein, an dem bekannte regionale Vertreter verschiedenster Musikrichtungen den Stilbruch zum Programm erheben und jeweils "ihre Musik" vorstellen.

Kein "Interview" mit Martin Lüttge - gegeben wird "Kolls letzter Anruf"

Auch der Kulturring, verantwortlich für das Theaterangebot im Hüttenhaus, sorgt für Abwechslung. Es ist ein Angebot, das in der vergangenen Saison, so Johannes Schmid, auch den Rückgang der Abonnenten gestoppt hat. "Ein Heimspiel" mit Dietmar Pröll und Markus Majowski steht am 12. Dezember an, gefolgt u. a. von "Anna Karenina" mit Anouschka Renzi (18. Januar 2013), "Zwei wie Bonnie und Clyde" (13. März 2013) oder Kabarett mit der Buschtrommel und "Tunnel am Ende des Lichts" (19. April 2013). Das angekündigte "Interview" mit Martin Lüttge kann wegen einer Erkrankung des Schauspielers nicht stattfinden, stattdessen wird am 17. November "Kolls letzter Anruf" gegeben. Bereits verkaufte Karten behalten für dieses Schauspiel ihre Gültigkeit oder können zurückgegeben werden. Ein solches Programm ist nicht ohne ehrenamtliches Engagement und die finanzielle Unterstützung von Sponsoren auf die Beine zu stellen. Uwe Erner dankte deshalb allen Engagierten und auch den Sponsoren, für die Ludwig Burgsmüller vom Hauptsponsor Rhenag betonte, man sei froh, dass man etwas von dem, was man in der Region verdiene, zurückgeben könne.