Rhein-Zeitung vom 08. Januar 2013

Triumphaler Erfolg für Musical "Elisabeth"

Herdorf - Weder der Kreis der Kulturfreunde noch der Kulturring oder die Stadt Herdorf hätten sich den Erfolg des ersten in Herdorf aufgeführten Musicals „Elisabeth – Legende einer Heiligen“ träumen lassen. Waren bereits die ersten Aufführungen beim Kulturherbst 2012 des Städtchens im Nu ausverkauft, so gab es auch für die beiden Zusatzveranstaltungen am ersten Wochenende im neuen Jahr bald keine Karten mehr.

Peter Scholl, dem die Gesamtleitung des Musicals oblag: „Wir hätten glatt noch zwei Veranstaltungen füllen können, aber das wäre für die Interpreten nicht mehr zumutbar gewesen.“

Von wenigen Neubesetzungen abgesehen, waren es die gleichen Protagonisten wie im Dezember, die jetzt erneut staunen ließen, was die zumeist als Laiendarsteller agierenden jungen Leute auf die Beine gestellt haben. Über 100 Aktive und Helfer haben mit viel Engagement und Arbeit das Musical auf die Bühne gebracht. Stellvertretend für alle sollen die Namen stehen von Kristin Knautz, Conny Sander, Miriam Sander und Johannes Nies. In die Schar der hochkarätigen Musiker reihte sich auch Marco Lichtenthäler, Dirigent der Daadener Knappenkapelle und des Musikverein Dermbach, mit seiner Oboe ein.

Die Heilige Elisabeth, Landgräfin von Thüringen im 13. Jahrhundert, ist hin und hergerissen zwischen den Pflichten als Ehefrau, Mutter, Landesfürstin und der Liebe zu den Armen und Bedürftigen und ihrem Drang, Gutes zu tun. Bei einer Hungersnot öffnet sie die gräflichen Vorratskammern, was ihr im Verwandtenkreis nicht nur Beifall einbringt. Schicksalhaft tritt in ihr Leben der Kreuzzugprediger Magister Konrad von Marburg. Er erzwingt von der jungen Frau, die fast noch ein Kind ist, unbedingten Gehorsam, die Verleugnung alles Weltlichen, Askese und Selbstkasteiung – eine düstere Gestalt am Hof von Eisenach. Elisabeths Kräfte nehmen rasch ab, am 17. November 1231 ist ihr nur 24 Jahre dauerndes Leben zu Ende. Bereits 1235 wird sie heilig gesprochen. Der Ungeist Konrad von Marburg erlebt diesen Tag nicht mehr, er wurde auf einer Reise erschlagen. Nicht nur diese ergreifende Geschichte, sondern auch die Chöre, Soli und Arien der Elisabeth, des Landgrafen, Konrads von Marburg und der Minnesänger riefen in Herdorf stürmischen Beifall hervor.

Die Heilige Elisabeth als Kind wurde von Antonia Reinhardt aus Biersdorf dargestellt. Conny Sander aus Neunkirchen war die Elisabeth des ersten, Kristin Knautz die des zweiten Aktes. Konrad von Marburg stellte Alexander Keidel aus Frankfurt dar, Landgraf Ludwig Erik Aepfelbach aus Steinebach. Die Troubadoure Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide spielten und sangen Tobias Levenig aus Siegen und Manuel Stötzel aus Geisweid. Nina Richatz aus Köln gab der Figur der Landgräfin Gestalt und Stimme. Die Chöre stellten Sängerinnen und Sänger des ACHORD, der ökumenischen Jugendchor Herdorf (Leitung Torsten Stendenbach) und der Jugendchor Cantima der Musikschule Wilsdorf (Leitung Andrea Stötzel). Die Tänze wurden von Conny Sander einstudiert.

Gesamtleitung und Dirigat hatte Peter Scholl inne, der im Gespräch mit der RZ meinte: „Ideen für das, was man im neuen Jahr auf die Bühne bringen könnte, habe ich jede Menge. Mal sehen, was sich realisieren lässt.“

Rainer Wirth