Rheinzeitung vom 18. September 2013

Abschlusskonzert der Singewoche begeisterte

Herdorfer Projekt - Beste gesangliche Unterhaltung in der evangelischen Kirche Neunkirchen

Von unserem Mitarbeiter Rainer Wirth

Herdorf. Der Showmaster Lou van Burg meinte einmal: "Wer sprechen kann, der kann auch singen." Man ist geneigt, dem verstorbenen Niederländer recht zu geben, denn was das Abschlusskonzert der achten Herdorfer Singewoche in der evangelischen Kirche Neunkirchen beinhaltete, erstaunte ein ums andere Mal. Was der Leiter der Singewochen, der Herdorfer Peter Scholl, immer wieder aus seinen Gesangseleven herausholen kann, ist erstaunlich, auch wenn sich mittlerweile etliche "Stammgäste" immer wieder zur Singewoche einfinden. Diesmal war das Interesse besonders groß. 60 Sänger probten mit Peter Scholl Chorliteratur ein, die von Bach über Mozart bis hin zu Freddy Mercury reichte. Und die Akteure, Chor, Musikensemble und Solistinnen, boten eine so niveauvolle musikalische Paltette, dass immer wieder Applaus aufbrandete, der sich zum Schluss zu frenetischem Beifall steigerte.

Das war allerbeste gesangliche Unterhaltung, für die die eben teilrenovierte evangelische Kirche den schmucken und akustisch hervorragenden Rahmen bot. Der Einstieg in das abendliche Konzert gelang mit der Bachkantate "Meinen Jesum lass ich nicht", wobei die Solistinnen Kristin Knautz (Sopran) und Sarah Leufke (Alt) den Vortrag beeindruckend untermalten. Zusammen mit der Sopranistin Conny Sander traten sie bei den weiteren Vorträgen gemeinsam oder auch einzeln als tragende Elemente auf. Da wurde man unwillkürlich an das Konzert "Frauenpower" mit ähnlich meisterlichen Leistungen vor etlichen Monaten erinnert. Kristin Knautz war es auch, die das "Laudate dominum" von Mozart intonierte.

AUch das Publikum wurde in die Konzertgestaltung einbezogen - einmal mit dem Lied "In deinem Zelt" und zum Schluss noch einmal mit der Weise "Bleib doch bei uns". Rockig wurde es bei "My desire is to please you" von Franklin/Hamburger, und jazzige Elemente flossen in den Klaviervortrag von Stefan Schlosser, der seine Improvisation zu "Am Anfang war das Wort" vortrug. Dabei konnte er sein Faible für die Jazzmusik nicht verbergen. Im zweiten Konzertteil kamen Liebe, Verzicht und Leidenschaft zu Wort. Bach konnte auch dieses Genre bedienen, wie man dem Vortrag "Wenn die Frühlingslüfte streichen" entnehmen konnte. Das einfache und so eingängige Volkslied "In einem kühlen Grunde" wurde zu Herzen gehend interpretiert. Dann wurde es europäisch mit "Siciliana und Presto" von Telemann und der Weise "Au bord de l'eau" von Fauré. Einschmeichelnd war das "Fields of gold" von Sumner/Emerson, und zum Mitsingen ertönte das Lied "Somebody to love" des unvergessenen Freddy Mercury. Dessen Part übernahm die Sopranistin Conny Sander. Zum Schluss hieß es dann sehr treffen: "Liebe ist alles".