Rheinzeitung vom 05. April 2014

Zwei Einheimische reißen die Hüttenhaus-Besucher hin

Konzert Peter Scholl dirigiert in Herdorf die Philharmonie Südwestfalen, Johannes Nies brilliert mit Rachmaninow

Herdorf. 

Das Klavier- und Sinfoniekonzert am Sonntag im Hüttenhaus Herdorf wird sicherlich als ein Höhepunkt in die Geschichte des Kreises der Kulturfreunde Herdorf eingehen - umso schöner, da die Hauptakteure aus der Region stammen: Peter Scholl, zuletzt als Leiter des Elisabeth-Musicals gefeiert, dirigierte die Philharmonie Südwestfalen, und der Herdorfer Pianist Johannes Nies brillierte mit dem 2. Rachmaninow- Klavierkonzert, eines der anspruchsvollsten Stücke für Pianisten überhaupt. Minutenlanger, stehender Applaus im ausverkauften Hüttenhaus war der verdiente Lohn für die überragende Leistung beider Protagonisten. Sofort zu Beginn des Konzertes wurden die Zuhörer von einem spannenden Dialog zwischen Peter Scholl als innovativem, ausdrucksstarkem Dirigenten und den Routiniers der Philharmoniker mit der 7. Sinfonie von A. Dvorák in Bann gezogen. Ergebnis dieser Zusammenarbeit war ein Hörgenuss, von dem selbst regelmäßige Besucher der südwestfälischen Neujahrskonzerte behaupteten, so hätten sie dieses Orchester noch nie gehört. Ein großes Kompliment an Dirigent und Orchester gleichermaßen.

Nach der Pause folgte für viele Besucher der Höhepunkt des Konzertes mit „Rach 2“ - wie Johannes Nies im eigenen Beitrag des Programmheftes sein Prüfungskonzert nannte. Im perfekten Miteinander mit dem Orchester entführte er die Zuhörer in die emotionsgeladene, komplexe Musikwelt des russischen Komponisten und genialen Klaviervirtuosen. Viele Zuhörer hatten schon Ausschnitte dieses Konzertes bei einem Vortrag Johannes Nies beim Konzert „Classic meets Pop“ im vergangenen Jahr gehört; im Original wirkte das Konzert noch um ein Vielfaches beeindruckender.

Vor heimischem Publikum zu spielen bzw. zu dirigieren war sowohl für Nies als auch für Scholl sicherlich eine besondere Herausforderung, wie sie in einem anschließenden Gespräch erklärten. Man kann nur sagen: Sie haben diese Herausforderung mit Bravour gemeistert.

Das Konzert im Herdorfer Hüttenhaus mit der Südwestfälischen Philharmonie unter der Leitung von Peter Scholl aus Struthütten und mit dem Herdofer Pianisten Johannes Nies hinterließ ein rundum begeistertes Publikum.