Siegener Zeitung vom 23. September 2014

Über die Bedeutung von Glück

Neunkirchen. Mit einem musikalischen Festgottesdienst feierte der CVJM sein "125-Jähriges"

roh. Die ersten Jahresfeste des CVJM Neunkirchen vor 125 Jahren sahen ganz anders aus als heute. Jünglingsfeste hießen sie damals, bei denen trotz des Namens auch Frauen gern gesehene Gäste waren – schließlich backten sie ja den Kuchen. Nachmittags begann das Fest. Bibelbetrachtungen und Männerchorgesang waren die Elemente. Das abschließende Kaffeetrinken und Kuchenessen war die Krönung – vor allem für die Jugendlichen. Hin- und Rückwege wurden zu Fuß bewältigt.

2014 ergibt sich ein ganz anderes Bild. Bereits ab Donnerstag übte ein Projektchor unter der Leitung von Peter Scholl für den  „9. Singewoche/CVJM-Jahresfest/125-Jahre-Jubiläumsgottesdienst“, wie es der Chorleiter bei seiner Ankündigung prägnanter nicht auf den Punkt hätte bringen können. Unter der Musik des Posaunenchors „Jauchzt, alle Lande, Gott zu ehren“ zogen die 50 Sängerinnen und Sänger am Sonntag durch das Kirchenschiff ein und intonierten ein „Happy Birthday“ dem Jubiläumsverein.

„Seit 125 Jahren können junge Menschen in Neunkirchen im CVJM von Gott hören, ihm begegnen und nahe sein“, sagte Präses Tobias Schneider zur Eröffnung. Mit geistlichen Liedern quer durch die Jahrhunderte orientierte sich der Chor an der  Jahreslosung:  „Gott nahe zu sein ist mein Glück“.  Vivaldis „Domine  Deus“ bis Rutters „The Lord bless you and keep you“ ernteten tosenden Applaus.

Das „Happy“ von Pharrell  Williams nahm CVJM-Bundessekretärin Tanya Worth als Aufhänger für ihre Predigt über die Bedeutung von Glück und Nähe in der Jahreslosung. Glück solle zu einer Haltung werden, keine Momentaufnahme sein, so die gebürtige Engländerin. Komme als fehlendes Puzzlestück noch die Nähe zu Gott dazu, dann werde eine Zufriedenheit daraus, die Leben gelingen lasse. Von daher dürfe der CVJM auch in Neunkirchen zum Glücksbringer werden, weil er das Glück der Nähe Gottes zu den Menschen bringe.

Alle Gottesdienst-Besucher hatten am Ende Glück, noch ein Stück vom Jubiläumskuchen abzubekommen  –  gewissermaßen als Vorspeise für das gemeinsame Mittagessen bei leider regnerischem Wetter zum  Abschluss des Jubiläumstags im Struthüttener Kunstertal.