Siegener Zeitung vom 10. Oktober 2014

Ein Elefantentänzchen gewagt

Organist Peter Scholl spielte in Daaden Camille Saint-Saëns’ „Der Karneval der Tiere“

sz Daaden. Zum „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns kamen jetzt gut 100 Kinder und Erwachsene nach Daaden. Peter Scholl bot eine Bearbeitung des Orchesterwerkes für Orgel solo dar. Bereits am Eingang wurden die Besucher mit Bildern begrüßt, die Schüler der Daadetal-Grundschule und der Regionalen Schule Daaden zu dem Karneval gemalt hatten. Zuvor war das Stück bereits im Unterricht vorbereitet worden.

Zu Anfang gab Peter Scholl eine kurzweilige Einführung über die Orgel und ihre Funktionsweise, über verschiedene Register und Klangfarben und wie man damit die unterschiedlichsten Bilder malen kann. Mit Klangbeispielen führte er das Brüllen eines Löwen, das Hüpfen der Kängurus, den furiosen Ritt der wilden Esel und die pickenden und gackernden Hühner vor. Und dann begann das eigentliche Konzert. Stefan Heidrich, der örtliche Kirchenmusiker, übernahm die Rolle des Erzählers. Zunächst hatte der König der Tiere, der Löwe, seinen großen Auftritt. Danach kamen Hühner und Hähne in die Manege, gefolgt von Schildkröten, die den Can-Can von Jacques Offenbach in Zeitlupe tanzten. Auch eine schwerfällige Elefantendame ließ es sich nicht nehmen, ein Tänzchen vorzuführen (mit einer tollen Tanzmelodie im Orgelpedal). Selbst die totgeglaubten Fossilien rasselten dabei mit ihren Knochen.

Es war ein echter Ohrenschmaus, Peter Scholl dabei zuzuhören, wie er all diese Bilder mit seinem frischen und gut artikulierten Spiel auf der romantischen Röverorgel (von 1908) zeichnete. So wird den Konzertbesuchern sicher noch so manches Tier verfolgen, vielleicht der elegante Schwan, die kreischenden Esel („I-ahhh“) oder der melancholische Kuckuck in den Bäumen …? Mit kräftigem, langanhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum bei dem Solisten.

In der Röverorgel in Daaden stecken kreischende Esel, Schildkröten,
die Can-Can tanzen, und ein Kuckuck. Peter Scholl ließ alle Tiere frei!
Foto: Kirchengemeinde