Siegener Zeitung vom 17. November 2015

Musiker schenkten sich

Konzert mit ehemaligen Schülern des Bonhoeffer-Gymnasiums zum 50-jährigen Bestehen

roh Neunkirchen. Harald Hof strahlte. Die drei Jungs am Klavier unterrichtete er im Physik-Leistungskurs. Andreas Woyke, Peter Scholl und Johannes Nies hatten offenbar die naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten der Schwingungslehre besonders gut verstanden. Die Wellen, die Interferenzen der Obertöne, die sie vom Flügel abschickten, berührten seine Seele zu tiefst. „Das war wohl das schönste Geschenk, das wir zum 50-jährigen Bestehen unseres Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums bekamen! Ehemalige Schüler, die mittlerweile teilweise sogar als Musikprofis unterwegs sind, schenken uns einen Musikabend“, freute sich Schulleiter Jochen Haardt zur Eröffnung.

Den roten Faden des Programms gab Bonhoeffer vor, dessen Leben Deutschlehrerin Anne Lück vor dem geistigen Auge der etwa 250 Zuhörer in der Ev. Kirche in Neunkirchen ablaufen ließ. Bach, Schütz und in seinem Leben zunehmend mehr auch Beethoven waren die favorisierten Komponisten des passionierten Klavierspielers Bonhoeffer. Lebendig gestaltete der in Frankfurt wohnendeA-Musiker Scholl, Organisator des Abends, an der Orgel das Präludium in G-Dur von Bach. Nies, mit Lehrauftrag an der Musikhochschule Hannover, ließ die Finger bei der „Ballade Nr. 1“ von Chopin nur so über die Tasten fliegen. Woyke, mittlerweile Grazer, spielte eher ruhig mit viel innerem Feeling seine Eigenkomposition „Confidence One“, eingekleidet in die Bachchoräle „Wenn wir in höchsten Nöten sein“ und „Vor Deinen Thron tret’ ich hiermit“.

Aus dem Zyklus „6 Lieder“ von Beethoven sang Altistin und Stimmpädagogin Christina Schmitt. Der Jetzt-Karlsruher Trompeter Hartmut Petri begeisterte mit seiner mit geschlossenen Augen vorgetragenen Improvisation zum Spiritual „Swing Low, Sweet Chariot“. Der werdende Lehrer für Musik und Deutsch, der Salchendorfer Simon Wildraut (Klavier: Timo-Johannes Daut), bewies bläserische Fulminanz mit seiner Posaune u. a. bei „Beautiful Love“ von Young. Kristin Knautz ließ Bachs „Halleluja“ aus der Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ eindrucksvoll erklingen.

Musicaldarstellerin Conny Sander verbreitete Gänsehautfeeling u. a. bei „Das bin ich“ von Martin. Ein eindrückliches und intensives Hörerlebnis vermittelte der Junge Kammerchor Siegen (Leitung: Peter Scholl) u. a. mit „Sure On This Shining Night“ von Lauridson. Encantada (Leitung: Kristin Knautz) gab u. a. Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ in der Version „Joyful, Joyful“. Das gemeinsame Abschlussstück „Von guten Mächten“ von Bonhoeffer ließ dann sogar ein paar Tränen bei Sängern und Zuhörern hervorfunkeln.