Siegener Zeitung vom 22. September 2015

Abschied von Singewoche

Peter Scholl dirigierte 60 Sänger, Band und Orchester

roh Neunkirchen. Loslassen mussten die Sängerinnen und Sänger aus dem südlichen Siegerland und dem angrenzenden Kreis Altenkirchen, die sich über viele Jahre einmal im Jahr zur Singwoche mit Peter Scholl trafen. Dieses Format traf wohl besonders gut die Balance zwischen Freizeitaktivität und musikalischer Regeneration. Die zehnte Veranstaltung in der Reihe sollte aber die letzte sein. Da wurden noch einmal alle Anstrengungen gebündelt, um ein fettes Ausrufezeichen zu setzen, um zwei Stunden „Lebensglück“ für die Zuhörer zu produzieren, wie es der gleichnamige Titel von Hans-Joachim Eißler versprach.

Beim Welthit „I Feel The Earth Move” von Carol King mit der Solistin Kristin Knautz drehte sich die Erde bei so viel Drive förmlich unter den Füßen weg. Beim Robbie-Williams-Titel „Angels” im Arrangement von Oliver Gies sprang der Chor in das Pop-Genre. Im „Concerto in C“ vom „roten Priester“ Vivaldi harmonierten Flöte, Oboe, zwei Geigen und Generalbass ganz wunderbar miteinander. Der Satz von Peter Scholl zu „Kein schöner Land“ ließ das Publikum ob der weichen Linienführung förmlich dahinschmelzen. „Dann berühren sich Himmel und Erde“ scheint als Abschiedstitel prädestiniert, wurde er doch 2012 auch für Ex-Bundespräsident Wulff gespielt.

Bei Rutters „For The Beauty Of The Earth” präsentierte sich der Chor in wunderbarer Intensität und doch sensibel im Zusammenklang. Temperamentvoll, fast schon euphorisch vorgetragen kamen zum Abschluss die Gospelklänge von „This Is The Day“ zu Gehör. Chor und Musiker bestachen durch ein tolles Klangvolumen, durch Präzision und eine feinfühlige Ausdeutung der Inhalte, die die Bachkantate „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ auf den Punkt brachte. „Danken tut gut“ so heißt ein Buchtitel von Jürgen Werth. Deshalb: Danke Peter Scholl für zehn Jahre Singwoche!

Das Format „Singwoche mit Peter Scholl“ endete mit der zehnten Auflage. Der 60-köpfige Chor und die Musiker (Sopran: Kristin Knautz; Klavier: Johannes Nies; Band und Orchester der Singwoche) begeisterten zum letzten Mal das Publikum. Foto: roh